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	<title>Biologie &amp; Verhalten &#8211; Infoplattform Grossraubtiere</title>
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	<description>Informationen zu Grossraubtieren im Naturpark Beverin &#38; Ela</description>
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		<title>Längste bekannte Wolfs-Wanderung Europas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Naturpark Beverin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 14:54:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biologie & Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
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					<description><![CDATA[Bild © AJF; Bericht von Kora, März 2023 M237 wurde im Kanton Graubünden geboren, vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei besendert und wanderte vom Juni 2022 bis März 2023 hunderte Kilometer Richtung Osten bis zur ungarisch-slowakischen Grenze. Damit gelang dem Kanton Graubünden die einzigartige Dokumentation der längsten bisher bekannten Wanderung eines Wolfes in Europa. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Bild ©</em> <em>AJF; Bericht von Kora, März 2023</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">M237 wurde im Kanton Graubünden geboren, vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei besendert und wanderte vom Juni 2022 bis März 2023 hunderte Kilometer Richtung Osten bis zur ungarisch-slowakischen Grenze. Damit gelang dem Kanton Graubünden die einzigartige Dokumentation der längsten bisher bekannten Wanderung eines Wolfes in Europa.</h3>



<h3 class="wp-block-heading">Start im Graubünden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">M237 wurde im Jahr 2021 als eines von 6 Jungtieren (4 davon genetisch nachgewiesen) des Stagias-Rudels geboren. Seine Eltern sind die Wölfin F31, <a href="https://www.kora.ch/de/aktuell/f07-%E2%80%93-die-aelteste-woelfin-der-schweiz--532" target="_blank" rel="noopener">eine Nachfahrin von F07, der Begründerin des ersten Schweizer Wolfsrudels am Calanda</a> und der Wolf M125 (Herkunft unbekannt). Ende März 2022 wurde M237 vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden mit einem  Halsband mit GPS-Sender versehen. Bis zum Stichtag am 22. März 2023 lieferte sein Sender bereits Daten, welche für die Forschung sehr interessant sind. Auch deshalb, da M237 wenige Monate nach dem Besendern, im Juni 2022, altersentsprechend, seine Abwanderung begann. Vorher hat er sich in seinem Herkunftsrudel aufgehalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die lange Wanderung von M237</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf seiner Wanderung zog der Jungwolf durch vier Länder. Gestartet in der Schweiz, überquerte er im Unterengadin die Grenze nach Italien Ende Juni 2022. Während seiner Zeit in der Schweiz wurde von ihm eine einzelne genetische Probe registriert, aufgenommen am Tag seiner Besenderung. Rund zehn Tage lang durchstreifte er das Südtirol und überquerte dann die Grenze nach Österreich. Von da an lief er Richtung Norden, später dann Richtung Nord-Osten. Im Oktober befand er sich in der Region Innsbruck, von wo aus er weiter durchs Tirol Richtung Wien lief. Den Jahreswechsel verbachte er westlich der österreichischen Hauptstadt. Der Jungwolf wanderte im Anschluss hoch bis zur Donau, überlegte es sich dann anders und zog Richtung Südosten davon. Mitte Februar überquerte er die ungarische Grenze und wanderte dann in Richtung Budapest. Er brauchte rund einen Monat, um die Stadt westlich zu passieren und die Donau zu überqueren.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1975" height="737" src="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR.jpg" alt="" class="wp-image-2194" srcset="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR.jpg 1975w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-800x299.jpg 800w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-768x287.jpg 768w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-1536x573.jpg 1536w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-610x228.jpg 610w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-1080x403.jpg 1080w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-1280x478.jpg 1280w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-980x366.jpg 980w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-480x179.jpg 480w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2023/03/230322-Wanderung_M237_©AJF_GR-1320x493.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1975px) 100vw, 1975px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Wanderung von M237, 9.6.2022 – 22.03.2023, © AJF GR</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wanderung von M237 zeigt beispielhaft, wie anpassungsfähig Wölfe sind. Auf seiner Wanderung durchquerte er unterschiedliche Landschaften, vom Hochgebirge über Kulturlandschaften bis hin zu Siedlungsräumen. Er überquerte Flüsse, zahlreiche Autostrassen und -bahnen sowie viele Berge, einer davon knappe 3500 m hoch. Meist wanderte er zielstrebig in eine Richtung, ab und zu verweilte er auch wenige Tage bis etwa zwei Wochen an einem Ort, vielleicht um sich auszuruhen, vielleicht wegen gutem Nahrungsangebot, bevor er weiterzog.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rekordverdächtig</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jungwölfe verlassen im Alter von 1–3 Jahren das elterliche Territorium auf der Suche nach einem eigenen. Untersuchungen zeigen, dass die Abwanderung von Jungwölfen unterschiedlich weit sein kann und sich mit dem Geschlecht unterscheiden können. Männchen wandern tendenziell weiter ab als Weibchen. <a href="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/woelfe-aus-ganz-europa-in-graubuenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">In der Vergangenheit zeigten einzelne besenderte Wölfe besondere Entdeckungsfreude und wanderten erstaunlich weit</a>. Gemäss den Informationen von KORA ist M237 mit einer Strecke von 1927 km am Boden (829 km Luftlinie) (Stichtag: 22.03.2023) der nachweislich am weitesten abgewanderte Wolf in Europa – und seine Reise geht vielleicht noch weiter. Im Vergleich ist etwa die Abwanderung des deutschen Wolfs «Alan» gut dokumentiert. Im Jahr 2009 wanderte dieser von Deutschland bis nach Weissrussland – rund 1550 km. Zwei Jahre später konnte das GPS-Signal von Wolf «Slavc» verfolgt werden, der von Slowenien bis nach Italien zog – fast 1200 km. «Slavc», der aus der dinarischen Population stammt, paarte sich im Anschluss mit einem Weibchen aus der Alpenpopulation. Dies war der erste bekannte Nachweis einer Verbindung zwischen den zwei Populationen. Im Allgemeinen sind Langstrecken-Wanderer sehr wichtig für die Verbindung zwischen Populationen. Auch M237 ist nicht mehr allzu weit weg von einem Gebiet einer anderen Wolfspopulation, der Karpaten-Population.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.kora.ch/de/aktuell/laengste-bekannte-wolfs-wanderung-europas--551" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KORA</a></p>
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		<item>
		<title>Wölfe aus ganz Europa in Graubünden</title>
		<link>https://infoplattform-grossraubtiere.ch/woelfe-aus-ganz-europa-in-graubuenden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Naturpark Beverin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2021 10:17:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AJF]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie & Verhalten]]></category>
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					<description><![CDATA[Die definitiven Ergebnisse diverser DNA Analysen zeigen eindrücklich, welch grosse Distanzen der eurasische Wolf auf sich nimmt, um neue Gebiete zu erschliessen und wie wichtig die DNA-Analysen für das Monitoring sind. Er legt nicht nur grosser Strecken innerhalb von Graubünden zurück, sondern in ganz Europa. Beim Wolfsrüden, der am 6.11.2020 in Furna identifiziert werden konnte, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die definitiven Ergebnisse diverser DNA Analysen zeigen eindrücklich, welch grosse Distanzen der eurasische Wolf auf sich nimmt, um neue Gebiete zu erschliessen und wie wichtig die DNA-Analysen für das Monitoring sind. Er legt nicht nur grosser Strecken innerhalb von Graubünden zurück, sondern in ganz Europa.</h4>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Wolfsrüden, der am 6.11.2020 in Furna identifiziert werden konnte, handelt es sich um einen Wolf aus dem Mitteleuropäischen Flachland. Dieser hat die Kennnummer M162. Bisher sind im Kanton Graubünden fast ausschliesslich Wölfe aus Italien registriert worden. Aus demselben Grund ist die Bestätigung eines Wolfes, welcher sich im letzten Sommer in Pontresina aufhielt bemerkenswert. Dieser hat die Kennnummer M161 und stammt aus dem Gebiet Dinarisch-Balkan. Die DNA-Probe des Wolfes konnte bei einem stark angefressenen bzw. gerissenen Kalb sichergestellt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wölfe dringen in angrenzende Reviere ein</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Wölfin, welche am 4.01.2021 bei einem Verkehrsunfall verletzt aber nicht getötet wurde, konnte identifiziert werden. Es handelt sich um die Jungwölfin F82. Dieses Tier wurde im 2020 geboren und stammte vom Valgronda-Rudel ab. Es wird als aussergewöhnlich angesehen, dass sich die Streifgebiete des Valgronda-Rudel und des Ringelspitz-Rudels rund um den Piz Mundaun so stark überlappen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Identität der gerissenen Wölfe bekannt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der am 7.1.21 bei Pigniu gerissenen Wölfin handelt es sich um das Elterntier F33 des Ringelspitzrudels. Zumindest stammen die Welpen aus den Jahren 2018 und 2019 von dieser Wölfin ab. Ob sie auch die Mutter der Welpen aus dem Jahr 2020 ist, müssen weitere Untersuchungen klären. Die am 21.12.2020 in Siat gerissenen Wölfin hat die Kennnummer F84. Es ist noch offen, von welchem Rudel dieses Tier abstammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quelle: <a href="https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/diem/ajf/grossraubtiere/aktuell/news/Seiten/202104065.aspx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Medienmitteilung des AJF</a> vom 6.4.2021</em></p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<h2 class="wp-block-heading">Hintergrundwissen Revierverhalten und Ausbreitung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die in den letzten Jahren und Jahrzehnten in der Schweiz nachgewiesenen Wölfe gehen auf von Süden eingewanderte Individuen aus der italienisch-französischen Population zurück. Aufgrund genetischer Analysen steht nun fest, dass neuerdings auch einzelne Individuen aus den nördlichen (Deutschland-Polen) und östlichen (Slowenien-Kroatien) Wolfspopulationen in die Schweiz eingewandert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachlich erstaunt dieser Sachverhalt eigentlich nicht sonderlich, handelt es sich beim Wolf doch um eine Wildtierart mit einem natürlicherweise sehr grossem Ausbreitungspotenzial. Bereits mehrfach wurden mehrere hundert Kilometer weite Wanderungen von Einzelindividuen belegt. Zudem sind Wölfe nicht auf ausgedehnte Wildnisgebiete angewiesen, sondern kommen auch in der vom Menschen stark geprägten Kulturlandschaft gut zurecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachleute haben die Einwanderung von Wölfen aus Norden und Osten in die Schweiz schon länger für wahrscheinlich beurteilt. Aus populationsbiologischer Sicht kann ein Austausch zwischen den verschiedenen Wolfspopulationen Europas als sinnvoll erachtet werden. Gleichzeitig scheint damit eine neue Phase in der Dynamik der Wolfspopulation Europas erreicht worden zu sein. Für die Behörden und die betroffenen Bevölkerungsgruppen dürften zielführende Massnahmen zur raschen Lösung von bestehenden Konflikte mit dieser einheimischen Tierart deshalb noch wichtiger werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quelle: Dr. Claudio Signer, Forschungsgruppe Wildtiermanagement, ZHAW, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verhalten des Beverin-Rudels im Winter &#038; Frühling 2020</title>
		<link>https://infoplattform-grossraubtiere.ch/verhalten-des-beverin-rudels-im-winter-fruehling-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Nagelmüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2020 15:48:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie & Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Heinzenberg-Domleschg]]></category>
		<category><![CDATA[Naturpark Beverin]]></category>
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		<category><![CDATA[wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[In der kalten Jahreszeit, wenn alle Nutztiere in den Ställen sind, gibt es wenig Berichte über die Aktivitäten der Wölfe. Wir haben uns mit Hans Gartmann, Chef der Wildhut im Jagdbezirk 3, getroffen um über das Verhalten des Beverin Rudels aus erster Hand zu erfahren. Das Interview führte Sebastian Nagelmüller. Während des Entstehens dieses Interviews [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In der kalten Jahreszeit, wenn alle Nutztiere in den Ställen sind, gibt es wenig Berichte über die Aktivitäten der Wölfe. Wir haben uns mit Hans Gartmann, Chef der Wildhut im Jagdbezirk 3, getroffen um über das Verhalten des Beverin Rudels aus erster Hand zu erfahren. Das Interview führte Sebastian Nagelmüller.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Entstehens dieses Interviews wurde die erneute Reproduktion des Beverin-Rudels im Gebiet Nolla am Heinzenberg festgestellt. Ausserdem kam es im Perimeter des Jagbezirk 3 in drei aufeinanderfolgenden Nächten zu Schafrissen auf der Stutzalp. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt über beide Ereignisse berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sebastian Nagelmüller (SN): </strong>Guten Tag und herzlichen Dank dafür, dass wir uns über die Aktivitäten des Beverin-Rudels im Winter und Frühjahr 2020 unterhalten können. Magst du dich kurz vorstellen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans Gartmann (HG): </strong>Vielen Dank für das Interesse. Ich bin Hans Gartmann, lebe in Tschappina und bin seit 41 Jahren Wildhüter, die letzten 30 Jahren als Chef des Jagdbezirks 3.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/IMG_0910.jpg" alt="" class="wp-image-1540" srcset="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/IMG_0910.jpg 800w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/IMG_0910-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /><figcaption>Hans Gartmann, Chef der Wildhut im Jagdbezirk 3</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>SN: </strong>Wie hat sich das Beverin Rudel im Winter 19/20 verhalten? Wo hielten sich die Wölfe überwiegend auf?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HG:</strong>  Mit den Hirschen zog das Beverin Rudel im Spätherbst, Anfangs Winter in die Winter-Einstandsgebiete des Hirschwilds. Sie hielten sich überwiegend im Talbereich vom Schams und am Heinzenberg bis Rhäzüns/Bonaduz auf und ernährten sich von Wildtierrissen. Vorwiegend wurden Hirsche und Rehe gerissen und sicher auch Gämsen, die sich im Talbereich aufhielten. Sicher wurden auch an Gämsblindheit (IKK) erkrankte Gämsen um den Beverin gerissen und gefressen. Im Safiental (Signia-Gebiet), wo um den Jahreswechsel die IKK ausbrach, beobachteten wir aber keine Wölfe. Dort war vor allem der Luchs präsent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beverin Rudel wechselte häufig sein Jagdgebiet im beschriebenen Raum, war also sehr viel unterwegs. Im Februar während der Paarungszeit wurde deutliches Paarungsverhalten (Heulen) wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt stellten wir auch die ersten Abspaltungen des Rudels fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>SN: </strong>Wie hat sich das Rudel verändert? Haben sich bereits einzelne Tiere abgespalten?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HG:</strong>  In den Monaten März/April wurden wieder Wolfsbeobachtungen und Risse im Rheinwald, in Ferrera-Avers und im Safiental gemacht. Es konnten Einzeltiere aber auch Gruppen von bis zu 4 Tieren zusammen beobachtet werden. Es haben sich Abspaltungen ergeben, Abwanderungen aus dem Revier des Beverin Rudels konnten jedoch noch keine Nachgewiesen werden. Dies heisst aber nicht, dass es sie nicht gegeben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zur Region Surselva gab es im Revier des Beverin Rudels im Frühjahr nur wenig Nutztierrisse. Wir glauben deshalb, dass die letztjährige Regulation einen gewissen Vergrämungseffekt bewirkt hat. (Anm.d.Red. Inzwischen kam es in den Nächten 20.07., 21.07 und 22.07 zu insgesamt 8 Rissen an Schafen und Lämmern auf der Stutzalp. Wir bemühen uns die Hintergrundinformationen zum genauen Hergang der Risse abzuklären und zu berichten)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>SN:</strong> Welche Entwicklung wird bezüglich weiterer Abwanderungen und neuem Nachwuchs erwartet?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HG: </strong>Es wird sicher Abwanderungen von Jungwölfen aus dem Revier geben. Nur von einem letztjährigen Welpen ist die DNA nicht bekannt.&nbsp; Es ist für uns interessant, wo ein bereits bekannter Wolf des Beverin Rudels in einem neuen Lebensraum wieder nachgewiesen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bezüglich Nachwuchs haben wir noch keine Erkenntnisse, aufgrund des beobachteten Paarungsverhalten gehen wir aber von einer erneuten Reproduktion aus. (Anm.d.Red: Am 6. Juli wurde die erneute Reproduktion des Beverin Rudels festgestellt. Die genaue Anzahl der Jungwölfe konnte bislang nicht ermittelt werden.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>SN:</strong> Kann man eine Veränderung des Verhaltens des Schalenwilds beobachten? Hat sich die Anwesenheit bereits auf die Grösse der Schalenwild-Population ausgewirkt?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HG: </strong>Allgemein ist das Schalenwild (Hirsch, Reh, Gämse) viel aufmerksamer und scheuer geworden. Im Winter stellten wir auch zeitweilig grosse Rudelbildungen von Kahlwild (Hirsch) fest. Auf die Grösse der Populationen der einzelnen Arten hat sich die Anwesenheit des Rudels aber noch nicht gross ausgewirkt. Im sehr milden letzten Winter ist nur sehr wenig Wild an Alter, Schwäche oder Krankheit gestorben. Deshalb haben sich die vermehrten Wolfsrisse eher kompensatorisch auf den Bestand ausgewirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>SN:</strong> Gibt es genauere Angaben zu den Schafrissen in Hinterrhein?</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>HG: </strong>Nein, Grundsätzlich nicht. Der Wolfsübergriff erfolgte in der Nacht vom 21. auf den 22. April auf Schafe, die auf der Weide (Gemeinnutzung) gelassen wurden. Es wurde ein gerissenes und genutztes Lamm gefunden. Drei weitere Lämmer werden immer noch vermisst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>SN:</strong> Herzlichen Dank für das Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="2000" height="1333" src="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-2000x1333.jpg" alt="" class="wp-image-1541" srcset="https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-2000x1333.jpg 2000w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-800x533.jpg 800w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-768x512.jpg 768w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-1536x1024.jpg 1536w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-2048x1365.jpg 2048w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-610x407.jpg 610w, https://infoplattform-grossraubtiere.ch/wp-content/uploads/2020/07/Wildhut-JB-III-2018-2-1080x720.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /><figcaption>Das Team der Wildhut im Jagdbezik 3 ist weiterhin auf alle Meldungen aus der Bevölkerung zu Grossraubtieren angewiesen.<br>Obere Reihe: Markus Egle (Schams), Paul Gartmann (Safiental), Simon Jäger (Avers), Hans Gartmann (Heinzenberg) <br>Untere Reihe: Ivan Gredig (Domleschg), Roger Mart (Rheinwald), Michael Eichhoff (Rheinwald)</figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bei ihrer Rückkehr achten Wölfe auf das Beuteangebot</title>
		<link>https://infoplattform-grossraubtiere.ch/bei-ihrer-rueckkehr-achten-woelfe-auf-das-beuteangebot/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Samirah Hohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 08:11:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biologie & Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[beuteangebot]]></category>
		<category><![CDATA[biologie]]></category>
		<category><![CDATA[lebensraumwahl]]></category>
		<category><![CDATA[rothirschdichte]]></category>
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		<category><![CDATA[wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[Wölfe siedeln sich bei ihrer Rückkehr hauptsächlich in Gebieten an, wo sie viel Beute wie Rot- und Rehwild vorfinden. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden der Universität Bern, die vier Winter lang die Aufenthaltsorte von Wölfen im Wallis verfolgten. Diese Erkenntnis ist wertvoll, um Konflikten zwischen den Raubtieren und der Bevölkerung vorzubeugen. Medienmitteilung Universität [&#8230;]]]></description>
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<h3 class="wp-block-heading">Wölfe siedeln sich bei ihrer Rückkehr hauptsächlich in Gebieten an, wo sie viel Beute wie Rot- und Rehwild vorfinden. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden der Universität Bern, die vier Winter lang die Aufenthaltsorte von Wölfen im Wallis verfolgten. Diese Erkenntnis ist wertvoll, um Konflikten zwischen den Raubtieren und der Bevölkerung vorzubeugen.</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Medienmitteilung Universität Bern, 28.4.2020</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Überall in Europa kehren die Wölfe in ihre früheren Gebiete zurück – ein Erfolg strenger Schutzbestimmungen und höherer Wilddichten als vor Jahrzehnten. Allerdings verursacht diese Rückkehr Konflikte: Landwirte fürchten um die Sicherheit ihrer Weidetiere, Jägerinnen und Jäger fürchten Konkurrenz, und auch andere Bevölkerungsgruppen sehen die Rückkehr der grossen Beutegreifer nicht ohne Bedenken. Um vorherzusagen, wo sich Wölfe aufhalten werden, und daher Konflikte besonders wahrscheinlich sind, ist wichtig zu wissen, welche Faktoren für Wölfe bei der Auswahl ihres Lebensraums während ihrer Rückkehr entscheidend sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Faktoren zu bestimmen, untersuchte eine Forschungsgruppe unter der Leitung der Abteilung Naturschutzbiologie des Instituts für Ökologie und Evolution der Universität Bern vier Winter lang, von 2012-13 bis 2015-16, die Lebensraumnutzung der Wölfe im Kanton Wallis. Zwar leben hier schon seit 1995 einzelne Tiere, der erste Wurf wurde jedoch erst 2016 nachgewiesen – der Untersuchungszeitraum umfasste damit genau die Phase der ersten Rudelbildung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mehr als 100 Fotofallen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">«Um Informationen über die Raumnutzung der Wölfe zu erhalten, stellten wir über 100 Fotofallen systematisch an Wildwechseln auf», erklärt Studien-Letztautorin Veronika Braunisch. Zusätzlich wurden flächendeckend Lebensraumfaktoren wie Wetterbedingungen, Landnutzung und Topografie erhoben. Eine besondere Herausforderung stellte die Erfassung des Beuteangebots dar. Hierzu richteten die Forschenden 218 1-Kilometer lange sogenannte Transektstrecken ein, entlang derer im Winter die Spuren von Rehen, Hirschen, Gämsen und anderen Beutetierarten im Schnee gezählt wurden Obwohl das Beuteangebot intuitiv als wichtiger Faktor erscheint, wurde es in der bisherigen Forschung häufig vernachlässigt, auch weil es schwierig zu erheben ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Rothirschdichte ist entscheidend</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis war eindeutig: Das wichtigste Kriterium der Wölfe bei der Wahl ihres Lebensraums ist, ob genügend Beute vorhanden ist. Zwar haben auch Landschaft und Landnutzung einen Einfluss, der weitaus grösste Anteil (53%) wird jedoch durch das Beuteangebot erklärt. Dabei war die Dichte des Rotwilds besonders entscheidend in der Phase der Rudelbildung (31%), gefolgt von der Rehwilddichte (22%). «Dieses Muster ist nicht verwunderlich», sagt Professor Raphaël Arlettaz, Leiter des Forschungsprojekts und Direktor des Departements für Biologie der Universität Bern: «Während Rehe für einzelne Wölfe die einfachere Beute darstellen, sind Hirsche profitabler, wenn gemeinsam gejagt werden kann und Nahrung für Jungtiere benötigt wird.» Weitere wichtige Faktoren waren die  Niederschlagsmenge (19%) und die Jagdbanngebiete (16%). Aus den Daten können die Forschenden nun Karten erstellen, die zeigen, wo sich Wölfe mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit aufhalten, oder künftig aufhalten werden. «In diesen Gebieten ist es besonders sinnvoll, geeignete Schutzmassnahmen anzuwenden», so Raphaël Arlettaz.</p>



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<h4 class="wp-block-heading">Beitrags-Bild</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wolf, aufgenommen von einer der über 100 Fotofallen, die für das Forschungsprojekt im Kanton Wallis installiert wurden. Bild: © Institut für Ökologie und Evolution, Universität Bern</p>



<h4 class="wp-block-heading">Originalartikel</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.cb.iee.unibe.ch/unibe/portal/fak_naturwis/d_dbio/b_ioekev/abt_cb/content/e58879/e337551/e920289/e961327/Roder_JAppEco2020_eng.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.cb.iee.unibe.ch/unibe/portal/fak_naturwis/d_dbio/b_ioekev/abt_cb/content/e58879/e337551/e920289/e961327/Roder_JAppEco2020_eng.pdf</a></p>



<h4 class="wp-block-heading">Publikation</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Roder, S., Biollaz, F., Mettaz, S., Zimmermann, F., Manz, R., Vignali, S., Fumagalli, L., Arlettaz, R., Braunisch, V. (2020): Deer density drives habitat use of establishing wolves in the Western Alps. Journal of Applied Ecology. DOI: 10.1111/1365-2664.13609</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kontaktpersonen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Veronika Braunisch (Deutsch)<br>Universität Bern<br>Institut für Ökologie und Evolution<br>Division Conservation Biology<br>Tel. +41 77 480 41 55 / veronika.braunisch@iee.unibe.ch</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Prof. Dr. Raphaël Arlettaz (Französisch)<br>Universität Bern<br>Institut für Ökologie und Evolution<br>Division Conservation Biology<br>Tel. +41 31 631 31 61 / 079 637 51 76 / raphael.arlettaz@iee.unibe.ch</p>
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